4. Fläschchen: Braurausch (Eichhorn und Wagner) Kellerbier

Wenn sich zwei zusammentun kann es schonmal nen Rausch geben!

Herkunft:

Aus dem schwarzen Adler wurde die Brauerei Eichhorn, und wenn dann mit befreundeten Brauern ein gemeinsamer Sud entsteht wird das ein Braurausch.

Beide Brauereien liegen im Speckgürtel von Bamberg, nur ein paar Kilometer voneinander entfernt.

Etwas verwirrend ist übrigens, dass es eine weitere Eichhorn Brauerei in Forchheim gibt. Diese Brauerei wurde kürzlich verkauft und wird aktuell verlagert, was gerade zu einer recht interessanten Versteigerung führt.

Andere Bewertungen:

Nachdem schon seit geraumer Zeit in Kemmern für so manche Großstadt-Hipsterbrauerei der Sud, der wiederum beim Nachbarn Binkert in Breitengüßbach gebraut wurde, abgefüllt wird, jetzt das erste selbst gebraute Craftbier von dort, das aber nicht so heißt. Hergestellt wird es allerdings nicht unter dem Namen Wagner. Vielmehr sind es die Jungbraumeister von Eichhorn (Dörfleins) und Wagner (Kemmern), die jetzt mit einem gemeinsamen Meistersud loslegen. Wenn, dann richtig, scheint man sich gedacht zu haben und hat sich unter die Regie einer Werbeagentur begeben. Puristische Etiketten mit Western-Serifenschrift, Schattenriss-Konterfei der Jungbrauer auf dem Etikett … aber leider keine Angaben, was denn Hopfen- und malzmäßig in dem Bier drin ist. Das dürfte dann doch etwas Craft-mäßiger sein.

Klasse finde ich aber – noch vor dem Verkosten –, dass man nicht das zehntausendste Pale Ale gebraut hat, sondern sich des fränkischen Klassikers Kellerbier angenommen hat. Aber kaltgehopft. Mal sehen, was da rauskommt.

Schaum: gemischtporig und recht haltbar
Farbe: schönes Kastanienbraun, leicht hefetrüb
Geruch: leicht würzig, aber überwiegend fruchtig süß: Mango, Kiwi; manche meinen "überreife Banane"

Geschmack:
Der Antrunk ist sehr vielschichtig, aber auch ein bisschen unruhig. Krautig umflorte Malzsüße kämpft mit zitroniger Säure und einer ordentlichen Portion Bitterhopfen. Von „fruchtig“ bis „hart“ geht es im Trunk relativ schnell. Diese Hopfenbittere bleibt dann auch im Abgang sehr lange auf der Zunge. Sehr lange. Davor, im Mittelteil, wirkt der Körper ein bisschen dünn. Für ein Franken-Kellerbier ist die Karbonisierung recht präsent.

Kommentar: Das Programmatische dieses fränkischen Kraftbieres (Keller, kaltgehopft) gefällt mir. Das Ergebnis im Glas lässt sich sehen und trinken.

 


Die Abstimmung:




Kommentare

  1. Habe beim Bier-Dealer meines Vertrauens bisher einen Bogen um den "Hipster-Scheiß" gemacht. Allein das Etikett könnte auch für an Berlin-Mitte-Schoggälod verwendet werden... So viel zum Thema: Don´t judge a book...!
    Beim Öffnen ein nicht unangenehmer Geruch nach Bierkeller und im Geschmack nur leicht "craftig". Und die Farbe erst!!! Das Fläschla hat mich heute abgeholt und mitgenommen! Ein Glück weiß ich ja, wo ich noch mehr herkriegen kann :)!

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  2. Tatsächlich ein Bier, das mit einem richtigen kräftigen Geschmack daherkommt. Fade Biere gibts genug. Davon kann man sich mal a Kistla hamdoo.

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  3. Meiner Meinung nach kann man bei diesen beiden Braumeistern nichts verkehrt machen. Die Biere, die sie zusammen brauen, sind spitze und die, die sie alleine herstellen sind unfassbar süffig. Beide Brauereien sind uneingeschränkt eine Reise wert.
    Klaus

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  4. Die dunkle Farbe hat mich beim Einschenken überrascht; das kannte ich von sämtlich mir bekannten Kellerbieren bisher nicht. Geschmacklich ist das Braurausch Kellerbier zu 100% genau mein Bier! Bisher mein absolutes Favourite!!!
    Hans

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  5. What a Crema.... Krautig umflorte Malzsüße kämpft mit zitroniger Säure und einer ordentlichen Portion Bitterhopfen... HÄ.... # Stimmt aber...wär ich nie drauf gekommen #
    OP AB

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  6. Sehr leckeres Kellerbier, kann man öfter trinken. Stimme aber den Einleitenden Worten zu, wenn man ein Craftbeer sein will, sollte man Hopfen-/Malzsorte und den anderen Sermon auch angeben.

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  7. Ich bin begeistert. was ein vollmundiger Trunk. Richtig gut,
    Maggus

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  8. Wunderbares Bier für den Sonntagabend nach einem Weihnachtsmarktbesuch (mit Glühwein). Bringt die ins Süße gerutschten Geschmacksnerven wieder ins Gleichgewicht ;-)
    Der erste Schluck zwickt a bissl, weil auch hier die dunkle Farbe eher nicht auf den leicht herben Geschmack schließen lässt - aber dann im weiteren "Verlauf" eine runde Sache!

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  9. Farblich gutes Design, natürlich lässt der Name ein Hipsterbier vermuten!
    Guter Geruch beim Öffnen, der nicht zu viel verspricht!
    Wunderschön schmeichelt das Gebräu dem gesamten Geschmacksraum ohne irgendwo anzuecken. Lediglich im Schlucken fehlt das meisterliche, abrundende Finish, so dass die Kehle immer weitere Schlücke verlangt!
    ABER ES IST NUR EINE FLASCHE DA!

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  10. Einwandfrei - so kann man Kellerbier auch interpretieren. Aber nach dem zweiten davon brauche ich dann doch wieder eine eher Traditionelles.

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  11. Bisher mein Favorit! Richtig lecker fand ich das.
    Philipp

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