8. Fläschchen: Hetzelsdorfer Fränkisches Vollbier

Nach einiger Zeit in der Bamberger Ecke geht es nun Richtung Süd-Osten:

Herkunft:

Die Brauerei Penning -Zeissler befindet sich in Hetzelsdorf seit 1623 im Familienbesitz und ist im Sommer v.a. für den Biergarten bekannt.

Andere Bewertungen:

"Hetzelsdorfer Bier" verlautet das urig bis altertümlich getrimmte Frontetikett, das Halsetikett konkretisiert mit "Fränkisches Vollbier". Demnach ist ein Altfränkisches Dunkel zu erwarten, welches auf exakt 5,0 % vol. Alkohol kommt. Erwähnenswert ist auch, dass die Brauerei Penning Zeißler seit 1620 existiert.

Ein klares, ölig anmutendes Kupfer-Bernstein präsentiert sich mitsamt schwach ausgeprägter Schaumkrone und verströmt dabei einen malzblumigen, leicht röstigen Duft. Im Hintergrund lässt der Hopfen eine sanfte Citrusfruchtigkeit anklingen, wie sie in etwas stärkerer Form eben auch dem typischen Franken-Pils anhaftet. Heu, Stroh und Getreide bilden aromatisch jedoch das Wesentliche.

Der malzlastige Antrunk bietet bereits ein breites Spektrum an Malzigkeit: Süße Karamellnoten, aber auch brotige bis leicht angeröstete Noten, die schon ein kleines bisschen in Richtung Kaffee tendieren. Das ist eben das Wesen eines Altfränkischen Dunkelbieres. Kräuterig-grasig meldet sich auch der Hopfen frühzeitig zu Wort. Eine gewisse Fruchtigkeit (Birne) kann ebenfalls attestiert werden. Der vollmundige und doch ziemlich erfrischende Körper übt sich in Harmonie und Ausgewogenheit - Süße wie Säure sind keineswegs überzeichnet und auch das Malz lässt dem hinterherhinkenden Hopfen reelle Chancen angenehm in Erscheinung zu treten. So fühlt sich das Hetzelsdorfer Fränkische Vollbier einfach rund, süffig und vollkommen an. Für eine geschmackliche Spitze sorgt final dann der grasig-kräuterig-herbe Hopfen, der im Anschluss von röstigen Noten (Brotkruste, Malzkaffee) sowie einer gewissen Säuerlichkeit abgelöst wird. Gerade diese malzige Bitterkeit ist es, die lange nachhängt und erfolgreich verhindert, dass dieses Bier zu langweilig erscheint.

Das Hetzelsdorfer Fränkische Vollbier bietet ein vollständiges Programm, welches ein mildes Landbier mit würzig-röstigeren Noten eines Dunkelbieres sowie mit der Herbe eines gut gehopften Lagers gut zu verbinden weiß. Die säuerlich-herbe Note im Abgang ist ziemlich markant - aber bei aller Harmonie zuvor nicht einmal schlecht platziert. Mit etwas Rauchmalz - wirklich nicht viel - würde daraus sicherlich auch ein gutes Rauchbier werden. Die Anlagen dafür stimmen!



Die Abstimmung:




Kommentare

  1. Geschmacklich hat es mir etwas von einem Wein nebenbei. Nicht schlecht, aber eine Kiste davon bräucht ich nun auch nicht

    AntwortenLöschen
  2. Mein heutiges Highlight an Bieren war ein Hofmühl, bis 1972 auch aus Mittelfranken. nur so btw

    AntwortenLöschen
  3. Ja, ein echtes Bier. Für mich deutlich zu malzig, aber eins davon ist gerade gut!

    AntwortenLöschen
  4. Ich trinks grad recht kühl und darf sagen: voll mein Ding das Vollbier. Voll im Geschmack und trotzdem spritzig. Ich dät a zweits nehmen...

    AntwortenLöschen
  5. anonym solls net bleiben- der Olaf findets Volle voll gut

    AntwortenLöschen
  6. Die im Text genannte Fruchtige Note kam bei mir nicht an. Für mich war das malzige passend und hat Lust auf mehr gemacht. Schad‘ dass nur eins da war.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen