Herkunft:
"Hetzelsdorfer Bier" verlautet das urig bis altertümlich getrimmte
Frontetikett, das Halsetikett konkretisiert mit "Fränkisches Vollbier".
Demnach ist ein Altfränkisches Dunkel zu erwarten, welches auf exakt 5,0
% vol. Alkohol kommt. Erwähnenswert ist auch, dass die Brauerei Penning
Zeißler seit 1620 existiert.
Ein klares, ölig anmutendes
Kupfer-Bernstein präsentiert sich mitsamt schwach ausgeprägter
Schaumkrone und verströmt dabei einen malzblumigen, leicht röstigen
Duft. Im Hintergrund lässt der Hopfen eine sanfte Citrusfruchtigkeit
anklingen, wie sie in etwas stärkerer Form eben auch dem typischen
Franken-Pils anhaftet. Heu, Stroh und Getreide bilden aromatisch jedoch
das Wesentliche.
Der malzlastige Antrunk bietet bereits ein
breites Spektrum an Malzigkeit: Süße Karamellnoten, aber auch brotige
bis leicht angeröstete Noten, die schon ein kleines bisschen in Richtung
Kaffee tendieren. Das ist eben das Wesen eines Altfränkischen
Dunkelbieres. Kräuterig-grasig meldet sich auch der Hopfen frühzeitig zu
Wort. Eine gewisse Fruchtigkeit (Birne) kann ebenfalls attestiert
werden. Der vollmundige und doch ziemlich erfrischende Körper übt sich
in Harmonie und Ausgewogenheit - Süße wie Säure sind keineswegs
überzeichnet und auch das Malz lässt dem hinterherhinkenden Hopfen
reelle Chancen angenehm in Erscheinung zu treten. So fühlt sich das
Hetzelsdorfer Fränkische Vollbier einfach rund, süffig und vollkommen
an. Für eine geschmackliche Spitze sorgt final dann der
grasig-kräuterig-herbe Hopfen, der im Anschluss von röstigen Noten
(Brotkruste, Malzkaffee) sowie einer gewissen Säuerlichkeit abgelöst
wird. Gerade diese malzige Bitterkeit ist es, die lange nachhängt und
erfolgreich verhindert, dass dieses Bier zu langweilig erscheint.
Das
Hetzelsdorfer Fränkische Vollbier bietet ein vollständiges Programm,
welches ein mildes Landbier mit würzig-röstigeren Noten eines
Dunkelbieres sowie mit der Herbe eines gut gehopften Lagers gut zu
verbinden weiß. Die säuerlich-herbe Note im Abgang ist ziemlich markant -
aber bei aller Harmonie zuvor nicht einmal schlecht platziert. Mit
etwas Rauchmalz - wirklich nicht viel - würde daraus sicherlich auch ein
gutes Rauchbier werden. Die Anlagen dafür stimmen!


Geschmacklich hat es mir etwas von einem Wein nebenbei. Nicht schlecht, aber eine Kiste davon bräucht ich nun auch nicht
AntwortenLöschenMein heutiges Highlight an Bieren war ein Hofmühl, bis 1972 auch aus Mittelfranken. nur so btw
AntwortenLöschenJa, ein echtes Bier. Für mich deutlich zu malzig, aber eins davon ist gerade gut!
AntwortenLöschenIch trinks grad recht kühl und darf sagen: voll mein Ding das Vollbier. Voll im Geschmack und trotzdem spritzig. Ich dät a zweits nehmen...
AntwortenLöschenanonym solls net bleiben- der Olaf findets Volle voll gut
AntwortenLöschenDie im Text genannte Fruchtige Note kam bei mir nicht an. Für mich war das malzige passend und hat Lust auf mehr gemacht. Schad‘ dass nur eins da war.
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