Zurück im Landkreis Bamberg::
Herkunft:
Das etwas andere Pils
Bei Franken-Pils gibt es meistens das weicheste Brauwasser, das man sich
wünschen kann. Ein klares, nicht lupenrein filtriertes Gelbgold - es
könnte auch einem Hellen gut zu Gesicht stehen - trifft angeregt
sprudelnd auf reichlich grobporigen Schaum, der es mit der Haltbarkeit
nicht so genau nimmt. Optisch kein Reinfall, aber eben auch kein
Hingucker.
Der Duft ist in der Tat interessant. Guter Hopfen ist
wie bei so ziemlich jedem Franken-Pils herauszuriechen, dazu gibt es
aber auch eine würzige, leicht muffige Komponente. Harz? Muskatnuss? Das
hat was. Süßlich, weich und
malzbetont wie bei einem Hellen steigt das Pils "fränkisch" ein. Nur mit
Kenntnissen der regionalen Bierkultur würde man hier ein Pils erkennen.
Danach schaut kurz eine metallische Note vorbei, die zum Glück aber
schnell wieder verschwindet. Der malzig-süße (Honig und Karamell) und
gar nicht mal so schlanke Körper bildet kein typisches Pils ab. Nach etwas Orange
und Karotte kommen Gewürzkräuter auf, die ungewohnt, aber interessant sind. Nein, ein typisches Pils ist das hier nicht - da
könnte auch "Hell" vorn drauf stehen. Der Abgang ist vorrangig würzig
und eindeutig feinherb statt bitter, wobei sich die Süße nicht
verabschieden möchte. Hier schmeckt es eine Idee "gemüsig" und erinnert
an Möhrenkraut. Süffigkeit und Kohlensäure liegen im moderaten
Bereich.
Es ist kein klassisches Pils und
selbst im fränkischen Raum gibt es genug Biere, die dem Typus deutlicher
entsprechen. Ein ungewöhnliches Bier, aber eher interessant als lecker. Doch langweilige Biere gibt es
auch schon genug...


Kommentare
Kommentar veröffentlichen