19. Fläschchen: Günther-Bräu: Bernstein Lagerbier

Von Waismain nach Burgkunstadt sind es nur ein paar Kilometer:

Herkunft:

Die Brauerei Günther ist eine recht kleine Brauerei mit nur 7000 hl Jahresproduktion. Ursprünglich im Kommunbrauhaus Burgkunstadt begonnen hat man über die Jahre erweitert und braut für die eigene Gaststätte und den Verkauf an Getränkemärkte, Feste und auch andere Gaststätten.


Andere Bewertungen:

 

Weiches Wasser, Karamell und Würze 

In ein helles, kupferorange leuchtendes Bernstein hüllt sich kristallklar und homogen das Lagerbier von Günther-Bräu aus Burgkunstadt - handwerklich gebraut, das passenderweise den Namenszusatz "Bernstein" erhalten hat. Beim Einschenken bildet sich eine üppige grobporige Schaumkrone heraus, eine (zugegebenermaßen etwas grobe) Blume ist garantiert, der Schaum selbst aber nicht von bester Haltbarkeit geprägt. Dem Auge gefällt's. Mit 4,9 % ABV gehört es zu den milderen Vertretern, einen Beer Tasting Silver Award von 2008 kann man dennoch vorweisen. 

Der Duft vereint massig Karamell und Honig mit einer tiefen malzigen Würze - durchaus intensiv und dennoch harmonisch abgestimmt. Die Nase findet Freude daran. Samtig und weich steigt das Lagerbier mit angenehmer Textur und prickelnder Kohlensäure ein, jedoch serviert es dabei ohne langes Zögern eine fehlplatzierte Metalligkeit. Sie trübt das ansonsten recht anständige Bild eines karamellig-würzigen Lagerbieres, welches beide Lager gekonnt miteinander verbindet. Das Malz gibt klar den Ton an, das Brauwasser allerdings auch - und zwar im eher positiven Sinne. Ja, das Lagerbier Bernstein ist keine geschmackliche Wucht, dafür erscheint es eben zu leicht. Aber Wässrigkeit? Wenn sie denn festzustellen ist, dann eher positiv, da das Brauwasser was taugt und das Malz es gleichzeitig schafft, eine angenehme Textur aufzubauen. Der Hopfen (Spalter Aromahopfen) indes hält sich charmant im Hintergrund auf und tritt erst in der zweiten Hälfte mit leicht grasigen und angemessen bitteren Noten in Erscheinung. Gegen Ende gefällt dieses bernsteinfarbene Bier dann doch wieder, auch wenn es keine Begeisterung entfachen vermag. Die Süffigkeit allerdings ist nur im Mittelfeld - das erste Bier des Abends und es fließt bei vergleichsweise leichtem Charakter eher zähflüssig, das ist unüblich für ein fränkisches Bier.

Es gehört unter der Vielzahl der fränkischen Bier ganz sicher nicht zu den herausragenden Produkten, doch geht es mit seinen Defiziten charmant um. Und ganz wichtig: Es schmeckt.

 

Die Abstimmung:



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