23. Fläschchen: Schübel Drachenseidla

Herkunft:

Seit 1872 in Stadtsteinach braut die Schübel Bräu jährlich etwa 5.000 hl. Ursprünglich geht die Brauerei auf ein Kommunbrauhaus zurück.


Andere Bewertungen:

 

 Aus dem oberfränkischen Stadtsteinach kommt von der Brauerei Schübel - Privatbrauerei seit 1872 - ein unfiltriertes bernsteinfarbenes Kellerbier mit dem Namen 'Pressecker Drachenseidla'. Der kindlich gezeichnete Drache auf dem Etikett fällt auch direkt auf. Die Eckdaten: 4,9 % vol. Alkohol, 11,7 % Stammwürze und mit Gerstenmalz, Röstmalz, Hopfen und Hefe nach dem Reinheitsgebot gebraut. Da ist also kein Drachenblut drin...

Die Farbe trifft die Erwartungen: Angemessen trübes Bernstein mit einer leuchtenden Tiefe wie Waldhonig. Der Schaum darüber lässt sich nicht lumpen, auch wenn er sich dann doch zügig abbaut. Das kann sich wirklich sehen lassen. Schön ist in jedem Fall auch, dass der Duft weit mehr als nur brotiges Malz, etwas Röstmalzigkeit und einen Anflug von Hefigkeit zu bieten hat. Die beerige, apfelige, melonige Fruchtigkeit lädt dazu ein, das Drachenseidla zu erobern.

Süß, säuerlich-fruchtig und außerordentlich süffig dank sehr geringer Spundung legt das Kellerbier beschwingt los. Beerige Früchte sorgen für Abwechslung in der malzigen Eintracht. Das Wasser überzeugt durch seine Weichheit, während das Malz langsam den Geschmack nach vorn treibt - in die röstige Richtung. Einen recht simplen Eindruck hinterlässt der grasige Hopfen, doch sorgt er gleichzeitig für eine ordentliche Würze, welche die vorhandene Süße ideal abrundet. So fehlt dem Abgang auch nicht die Kraft. Mit zunehmender Bitterkeit, gar leicht seifig werdend, schließt das Kellerbier ab und lässt damit den Einstieg nur noch süßer erscheinen. So macht das Bier von vorn bis hinten Spaß, wenn man das so sagen kann. Und dennoch handelt es sich nicht um einen schwergewichtigen Brocken, dem man viel Zeit widmen muss. Das Drachenseidla funktioniert vor allem dann, wenn man sich der hohen Süffigkeit bedient.

Ich bin mehr als positiv überrascht von diesem geschmacksgewaltigen, fruchtigen Kellerbier. Selbst der recht grobe, simpel anmutende Hopfen und die etwas zu geringe Karbonisierung ändern nichts am überzeugenden Gesamteindruck.


Die Abstimmung:



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