11: Fläschchen: Först Helles

 

Herkunft:

Die Brauerei Först in Drügendorf, auch bekannt als "Zum Goldenen Löwen", ist ein Traditionsbetrieb, dessen Geschichte bis ins Jahr 1525 zurückreicht und sich seit 1750 in Familienbesitz befindet. 2017 hat die vierte Generation der aktuellen Wirtsfamilie die Nachfolge angetreten.

Das Außergewöhnliche ist der sogenannte „Erbschänkstättenbrief“ aus dem Jahr 1525, der dem Haus vom damaligen Bamberger Bischof die Schank-, Brau- und Wirtsgerechtigkeit erteilte. Der Vater des heutigen Brauerei-Chefs entdeckte dieses Dokument als Junge und rettete es. Es gilt als der älteste erhaltene Erbschänkstättenbrief in ganz Franken und ist ein unschätzbarer historischer Schatz. (mehr Info)

Andere Bewertungen:

In der klassischen Euro-Flasche mit neu aufgemachtem Etikett versteckt sich ein feinherbes Vollbier mit moderaten 4,6 % vol. Alkohol - naturbelassen und unfiltriert. Und in der Tat zeigt sich das kräftige Gold im Glas mit einer leichten, opalen Trübung. Es mangelt keineswegs an Kohlensäure oder Schaum. Die feinporige Schaumkrone steht sogar recht lang in ihrer üppigen Pracht.

Malz und Würze bestimmen den Duft, erst dahinter kommt etwas Waldhonig und Karamell hervor. Der Antrunk ist ordentlich vollmundig und serviert bereits hier eine feine Hopfenwürze und Grasigkeit. Auch der Körper lahmt nicht, die Vollmundigkeit bleibt erhalten. Angesichts des unterdurchschnittlichen Alkoholgehaltes ist das wirklich bemerkenswert. Die gut eingebundene Kohlensäure prickelt dazu fein, während eine hohe Frische empfunden wird. Das Helle hält sich mit der Säure angenehm zurück und gleiches gilt auch für die Süße. Dadurch kommt die Würze gut zur Geltung, ohne das deshalb Harmonie oder Süffigkeit geschmälert werden - das weiche Brauwasser leistet sicherlich auch seinen Beitrag. Auch im Abgang, die Säure legt leicht zu, bedient das Helle vorrangig die Ausgewogenheit. Der Hopfen zeigt sich erneut grasig und wirklich feinherb.

Dieses Helle mag sich geschmacklich vielleicht nicht wirklich von anderen abheben, doch die Qualität passt von vorn bis hinten. "Hochwertige regionale Rohstoffe", wie man schreibt, sind bestimmt dafür verantwortlich. Das weiche und besonders ausgewogene Vollbier dürfte jederzeit passen und der recht geringe Alkoholgehalt kann nicht an einer angemessen Geschmacksintensität rütteln. Ein schönes, ehrliches Helles...





Die Abstimmung:


Prompt des Tages:
Erzeuge ein Bild eines 500 jährigen Brauers im Wald! Hinter den Bäumen versteckt sich ein blau leuchtender Löwe, und 4 Generationen schenken das Bier aus! Lass den Löwen das Bier trinken!



Kommentare

  1. Das Bier verteilt sich wie Sahne im Mund. Soweit, so cool, aber der Nachgeschmack geht leider in Richtung alter Keller. Hoffentlich nur tagesabhängig bei mir, denn der Antrunk war super!

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