12. Fläschchen: Neubrauer Rauke

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Nachdem sich der Autor des letztjährigen Textes zu den NeubRauern immer wieder anhören musste, was das doch für ein Märchen sei, haben wir dieses Jahr versucht uns etwas mehr an der Realität zu orientieren. Wahrscheinlich ist das aber wieder nur ein Narrativ. Besser können oder wollen wir das einfach nicht. 

Da, wo früher Messer, Klingen und allerlei Schneidwerkzeug über den Tresen wanderten, wird


heute flüssiges Gold gezapft. Vier Kumpels haben die alte Messerschmiede in Ansbach gekapert und brauen dort unter dem Namen „NeubRauer“ Bier – und zwar mit derselben Leidenschaft, mit der andere Leute Briefmarken sammeln oder ihre Autos polieren. Nur halt sinnvoller.

 Warum läuft deren Bierschuppen so gut? Ganz einfach: Die Leute haben Durst – und das Gebräu der vier schmeckt nicht nach 08/15-Brauereieinerlei. Einer der Jungs, Gert, meint: „Warum immer denselben Hopfen benutzen, wenn es 250 Sorten gibt?“ Also probieren sie ständig neue Hopfenexperimente aus – von Weizen über Italien-Style-Gebräu bis hin zu ihrem Star: dem Rauch-Kellerbier „Rauke“, das schmeckt, als hätte eine Scheune beschlossen, richtig sexy zu riechen.

Wie alles anfing? Zwei der Kumpels, Stefan und Hubert, bekamen einen Wochenend-Braukurs geschenkt. Kaum hatten sie den ersten Sud hinter sich gebracht, waren sie völlig angefixt – im besten Sinne. Leider fanden ihre Frauen die Idee nicht so toll, die heimische Küche jedes Wochenende in eine Hopfensauna zu verwandeln.

Also mieteten die Jungs kurzerhand die leerstehende Messerschmiede. Gert, eigentlich Weinmetier, wurde zum Lehrling. Und Jürgen schloss sich auch noch an – der bekam nämlich zum 50. eine Zapfanlage geschenkt, die er quasi direkt in die Brauerei einbrachte.

Der Start war legendär: 30 Liter Bier, eingeladen war der halbe Bekanntenkreis – und alles war schon weg, kurz nachdem die Tagesschau vorbei gewesen wäre. Danach musste man eben auf Wein umsteigen. Irgendwas muss ja rein.

Aus diesen Abenden wurde eine regelmäßige Sauf— äh, Fachtreff-Veranstaltung: Alle paar Wochen brauten die vier, und wenn die Fässer reif waren, kamen 15 bis 20 Leute, brachten Essen und ließen den Laden brummen.

Mit der Zeit wurde der ehemalige Messershop aufgehübscht: neue Farbe, zweiter Kessel, selbstgebaute Theke und – das Highlight – ein neues Klo. Corona-Langeweile + Vorschlag der Ehefrauen = ein güldener Prinzessinnenthron, der aussieht, als hätte Barbie einen Palast in der Unterwelt eröffnet.

Weil das Bier bei jedem Ausschank schneller weg war als Freibier auf einem Junggesellenabschied, taten sich die vier mit der Brauerei Fischer zusammen und produzierten endlich größere Mengen, zumindest beim Rauke.

Die vier halten sich ans Reinheitsgebot – aber drehen an den Stellschrauben, die erlaubt sind. Jürgen liebt Weizen und Stout, Gert steht auf Ingwer- und Brotbier (ja, Brotbier – der Mann kocht Zucker aus altem Gebäck raus, wie ein Alchemist auf Kohlenhydraten). Stefan bastelt an Fruchtbier und Ales, Hubert an Pils. Und jeder Versuch wird wie ein Schatz im großen Brautagebuch notiert – sowohl die Glanzstücke als auch die Katastrophen.

Andere Bewertungen:

Rauke – das Rauchkellerbier von NeubRauer

Wer bei „Rauke“ zuerst an zierliche grüne Blättchen denkt, die auf hippen Salaten herumliegen, der liegt hier so falsch wie ein Pils auf der Speisekarte eines Weinguts. Rauke hat mit der Pflanze nämlich rein gar nichts am Hut – stattdessen ist es die knackige Abkürzung für Rauchkellerbier, und das schmeckt nach allem, nur nicht nach Rucola-Öko-Vibes.

Schon beim Einschenken zeigt das gute Stück, was es kann: golden schimmernd, ein bisschen wie flüssiger Sonnenuntergang, nur ohne Esoterik. In der Nase liegt ein dezentes Raucharoma, das nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt. Wer sonst bei klassischen Rauchbieren sofort an einen brennenden Schinken denkt, darf hier aufatmen: Rauke ist eher die elegante Lagerfeuer-Variante – man riecht’s, man mag’s, aber man fühlt sich nicht wie ein Räucherschinken auf Beinen.

Im Mund geht’s dann richtig los: feine Rauchnoten, die charmant mit einer malzigen Süße tanzen, begleitet von einer angenehmen, belebenden Kohlensäure, die dem Ganzen den nötigen Schwung verpasst. Kein Geschmackschaos, kein aufdringliches Aroma-Gestolper – hier läuft alles rund wie ein gut geöltes Sudhausrührwerk.

Der Abgang? Knackig, mit einer schön eingebundenen Bitterkeit, die sagt: „Ich bin da – aber ich schrei nicht.“ Genau die richtige Portion Charakter, die ein Bier braucht, um nicht langweilig zu werden.

Rauke passt perfekt zu deftigen Speisen – ob Schwein, Schinken oder irgendwas, das schon beim Anschauen Kalorien produziert. Aber auch solo zum Feierabend macht es eine hervorragende Figur. Ein Bier, das sich nicht in den Vordergrund drängt, aber genug Persönlichkeit hat, um dir nach einem langen Tag zufrieden die Hand auf die Schulter zu legen und zu sagen: „Setz dich. Ich mach den Rest.“



Die Abstimmung:


Prompt des Tages:
Erzeuge ein Bild von 4 Kumpels die allerlei wildes Zeig in einer Scherenschleiferei zusammen zu einem Bier brauen! Nenne Sie NeuBrauer!



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