20. Fläschchen: Zwanzger Vollbier

Herkunft:

Mal wieder eine mittelfränkische Brauerei, wenn auch mit Grenzkontakt zu Oberfranken:
Man veranstaltet Braukurse, hat eine eigene Quelle, baut den Hopfen selbst an und auf der Kleinsud-Anlage werden regelmäßig Spezialbiere eingebraut.
Man muss schon sagen: Das hat einen Charme!

Andere Bewertungen:

Dieses Vollbier kommt nicht geschniegelt daher, sondern stapft dir mit Gummistiefeln direkt ins Herz. Schon optisch macht es klar, wo der Hammer hängt: tiefes Bernstein, leicht trüb, oben drauf eine sahnig-stabile Schaumkrone, so standfest, dass man fast den Perso zeigen muss, bevor man drankommt. Das schaut nicht geschniegelt aus – das schaut ehrlich aus.

In der Nase gibt’s gleich einen auf den Deckel: kräuterig, getreidig, frisch, ein Hauch Säure – wie wenn man in einer fränkischen Backstube steht, während draußen der Hopfengarten dampft. Neugierig? Aber hallo.

Der Antrunk marschiert dann ohne Vorwarnung los: maischig-malzig, ein bisschen Süße, Bauernbrot, Hefeteig – das volle Programm. Kein Zuckerwattenbier, sondern ein kerniger Geselle, der dir erstmal erklärt, wie Bier früher gemeint war. Der Hopfen ist sofort da, kräuterig und selbstbewusst, ohne laut zu schreien. Und dann dieser Körper: angenehm voll, nichts Dünnes, nichts Klebriges. Die Rezenz ist genau richtig – nicht totgespundet wie ein altes Kellerbier, sondern lebendig, cremig, gleitet über die Zunge wie frisch geschmierter Holzschlitten.

Und dann der Nachtrunk – meine Fresse. Der Hopfen hält durch wie ein Orgelpunkt in der Dorfkirche: erst krautig, dann eine stramme, lang anhaltende Bittere, die sich festbeißt und sagt: „So, und jetzt noch eins.“ Fruchtig-zitrale Spitzen blitzen auf, eine feine Säure hält alles zusammen, und bei gerade mal 4,5 % Alkohol fragt man sich ernsthaft, wie zum Henker da so viel Geschmack reinpasst. Da schauen sich manche Starkbiere beschämt die Schuhspitzen an.

Fazit:
Das Uehlfelder Vollbier ist kein Zungenschmeichler und kein Instagram-Bierchen. Das ist fränkisches Landbier in Reinform: kantig, ehrlich, hopfig, süffig wie Sau. Ein Bier, das dich fast auf die Knie zwingt – nicht aus Schwäche, sondern aus Respekt. Tragisch ist nur eins: Wenn man nur eine Flasche davon hat.

Klare Trinkempfehlung. Am besten kistenweise. Ich könnt’ mich neisetzn.



Die Abstimmung:


Prompt des Tages:
Erzeuge ein Bild einer Brauerei in Mittelfranken, die gerade einen Braukurs veranstaltet, und dabei das Wasser der eigenen Quelle und den Hopfen aus eigenem Anbau verwendet. Im Braukurs wird ein ganz spezielles Bier gebraut!




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