21. Fläschchen: Rook-Bräu Weihnachtsbier

Herkunft:

Im zweiten Jahr zum zweiten Mal im Kalender.
Immer noch klein, handwerklich, ehrlich und unfiltriert.
Und jetzt auch weihnachtlich:

Andere Bewertungen:

Schon im Glas macht das Weihnachtsbier von Rook klar, dass es nicht zum Sommerseidla-Casting antritt. Kräftige, dunkle Farbe irgendwo zwischen Kupfer, Kastanie und „Omas Sonntagsbraten“. Der Schaum sitzt fest wie der Christbaum im Betonfuß – cremig, dicht, lädt zum Reinbeißen ein.

In der Nase wird sofort Advent gespielt: Malz satt, würzig, dazu Dörrobst, Rosinen, vielleicht ein bisschen Feige oder Backaprikose. Irgendwo hinten raus schleicht sich ein Hauch von Honig, Lebkuchen und „ach komm, eins geht noch“. Kein Hopfenfeuerwerk, sondern warme, einladende Gemütlichkeit – der Kamin knistert quasi mit.

Der Antrunk ist weich, vollmundig und sagt freundlich „Grüß Gott“, bevor er dir dann ordentlich einschenkt. Malzig, rund, würzig, mit dieser feinen Fruchtnote nach Aprikose, Trockenpflaume und Weihnachtsgebäck. Süß? Ja, aber nicht klebrig. Das Bier weiß, wann Schluss ist – kein pappiger Zuckerschwanz, kein unangenehmer Nachgeschmack. Dafür Kraft. Und zwar leise, aber bestimmt.

Im Körper fast schon bockig, ohne offiziell einer zu sein. Wärmt von innen wie der dritte Glühwein, nur mit mehr Stil. Die Rezenz hält sich zurück – kein Sprudelwasser, sondern Sofa-Modus. Klar: Das läuft nicht so easy wie das Sommerseidla. Will es auch gar nicht. Das ist kein Bier für den Rasenmäher, sondern für den Sessel.

Der Nachtrunk ist angenehm kurz bis mittellang, sauber, rund, ohne Bitterkeule. Zurück bleibt ein wohliges „Hm“, ein bisschen Frucht, ein bisschen Würze – und sofort der Gedanke: Passt perfekt zu Braten, Plätzchen oder einfach zur Familienverdrängung an Weihnachten.

Fazit:

Ein Weihnachtsbier, wie man es sich wünscht:
süffig, vollmundig, kräftig, warmherzig und latent gefährlich.
Kein Krawallbruder, sondern ein wohliger Schwergewichtler mit Samthandschuhen. Eins trinkt man gemütlich. Zwei machen die Lichter schöner. Beim dritten erzählt man Geschichten, die keiner mehr überprüfen kann.

Kurz gesagt: Geil. Weihnachtszeit kann kommen.



Die Abstimmung:


Prompt des Tages:
Erstelle ein Bild der Rook-Brauerei aus Wildenholz, die Ihr typisches Weihnachtsbier gerade auf dem Weihnachtsmarkt ausschenkt, während es schneit!



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