24. Fläschchen: Greif Weihnachts Festbier

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Jetzt ist es passiert: Die treuen Kunden wissen es: Vor genau 4 Jahren war das Greif Weihnachtsbier schonmal im Kalender. Nennen wir es also wiederkehrende Kontrolle.

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Greif-Bräu Weihnachtsfestbier 

Weihnachtlich dekoriert steht es da, das Festbier, geschniegelt in der 0,5-Liter-Euroflasche, als wolle es sagen: „Ich bin kein Alltagsbier, ich bin Anlass.“ 5,5 % Alkohol – festlich genug, um ernst genommen zu werden – und mit Gerstenröstmalz bewaffnet, falls jemand meint, Weihnachten sei nur Kerzenschein und Harmonie.

Im Glas zeigt sich ein klares Honiggold mit leichtem Kupferstich, richtig schön winterlich. Die Schaumkrone allerdings? Joa… die war kurz da und ist dann abgehauen wie der Weihnachtsmann nach der Bescherung. Ein bisschen schade fürs Auge, aber wir trinken ja Bier und keinen Bauschaum.

In der Nase wird dann aber ordentlich aufgefahren: Röstmalz ist klar da, dazu schokoladige Noten – nicht Kinderschokolade, sondern eher dunkler Kakao mit Charakter. Karamell, Brot, Getreide, ein erdig-grasiger Hopfen und ganz hinten überreife Früchte, so Richtung „Apfel lag zu lang im Keller“. Insgesamt: kräftig, voll, absolut nicht zimperlich. Das Bier riecht, als hätte es was zu erzählen.

Der Antrunk startet weich und malzig, fast schon schmeichelnd. Kurz blitzt eine metallische Note auf – vermutlich das Röstmalz, das Hallo sagt – verschwindet aber glücklicherweise so schnell, dass man ihm kaum böse sein kann. Danach wird’s richtig gemütlich: kernige Karamellsüße, rote Früchte (Himbeere, Erdbeere), reifer Apfel, dazu hopfig-grasige Akzente. Alles schön ineinander verzahnt, nichts schreit, nichts nervt.

Der Körper ist vollmundig und harmonisch, cremig genug, um „Festbier“ ernsthaft zu rechtfertigen. Hefe vermisst man nicht – das Ding steht auch so stabil da wie der Christbaum nach drei Schnäpsen. Dazu kommen feine Gewürzanklänge: Zimt, Ingwer, Schokolade – nicht aufdringlich, eher so, als würde jemand im Nebenraum Plätzchen backen. Elegant statt laut. Festlich statt kitschig.

Der Abgang ist feinwürzig, mit dezenter Hopfengrasigkeit, mittellang und sehr stimmig. Kein bitterer Rausschmeißer, sondern ein höflicher Begleiter bis zur Tür.

Fazit:

Das Greif-Bräu Weihnachtsfestbier liefert genau das, was man sich von einem Weihnachtsbier wünscht – und noch ein bisschen fränkische Erdung obendrauf. Röstmalz, Cremigkeit und Eleganz stehen ihm ausgesprochen gut. I

Kurz gesagt:
Ein Weihnachtsbier ohne Firlefanz, ohne Zuckerschock –
ehrlich, würdevoll und verdammt trinkbar.
Passt zu Braten, Kerzenschein und der Erkenntnis, dass man „nur eins“ sowieso nicht ernst meint.



Die Abstimmung:


Prompt des Tages:
Erstelle ein Bild auf dem das letzte Türchen eines Adventskalenders geöffnet wird. Aus dem Adventskalender fliegen 5760 Flaschen Bier!




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