Herkunft:
Noch mit eigener Tennenmälzerei (von 1938), also dem Keimen des Gerstenkorns auf großer Fläche anstatt in modernen Maschinen wird in Gräfenberg in der Brauerei Lindenbräu gebraut Die Brauerei gehört offiziell dem "Fünf-Seidla-Steig" an und ist damit schon ein gewisser Klassiker der fränkischen Schweiz.
Andere Bewertungen:
Trinkt man zwei, hat man eins! Das Lindenbräu Schankbier
kommt auf 2,7 % vol. Alkohol und anschließend - der Hefe beraubt - in die
0,5-Liter-Euroflasche.
Optisch ist die Illusion perfekt: Schönes, blankes, leicht
kupferstichiges Bernstein mit lockerer, weißgelblicher Schaumkrone. Es sieht
nach Bier aus und nicht nach Verzicht. Auch der Duft ist auf den ersten Riecher
überraschend stämmig. Es kommt eine kernige, hopfenwürzig-erdige Note auf und
dazu Nuancen von schokoladig-nussigem Malz. Jede Wette, dass hier niemand blind
erkennen würde, dass wir es hier mit weniger als 3 % ABV zu tun haben. Es sieht
also nicht nur nach Bier aus - es riecht auch so! Chapeau!
Doch spätestens beim Geschmack dürfte es auffallen und im
Prinzip ist es auch so. Das Schankbier legt spritzig und wässrig los. In dieser
Wässrigkeit kommen citrussäuerliche und dezent maischige Nuancen auf. Noch eher
schmeckt man aber das schokoladig-nussige Malz heraus, dass wohl auch für die
dunklere Farbe zuständig ist. Die maischige Süße und das beinahe mastige
Mundgefühl sind allerdings auch mit dabei. Ganz ohne geht es wohl nicht,
zaubern kann man auch in Gräfenberg nicht. Interessant ist aber der Weg: Statt
mit viel Hopfen überspielt man die Schwäche mit dunkleren Malzen, welche Röst-
und Karamellnoten liefern. Die kernige Note liegt geschmacklich noch minimal
vor, man fühlt sich noch gut in dieser Bier-Region verortet. Sehr kurz endet
das Schankbier. Es wird schlagartig trocken und der grasig-krautige
Bitterhopfen bildet zusammen mit leicht nussig-brotigen Malznoten den nicht zu
milden Nachgeschmack.
Das Lindenbräu Schankbier liegt äußerst charmant zwischen
den Stühlen: Sensorisch fast ein richtiges Vollbier, dabei aber so
spritzig-säuerlich wie ein Radler - ohne dessen Süße und künstlicher Fruchtnote
- und mit deutlich reduzierten Defiziten gegenüber einem Alkoholfreien.
Aromatisch hat das Schankbier durchaus etwas drauf, da kommt sowohl vom Malz
als auch vom Hopfen etwas. Das typische Geschmackserlebnis eines fränkischen
Vollbieres wird überraschend gut angedeutet und so kann man wirklich sagen: Hier
hat man bei gleicher Alkoholaufnahme annähernd den doppelten Genuss.
Die Abstimmung:
Prompt des Tages:
Erzeuge ein Foto, auf dem eine Tännenmälzerei wie in einem Strudel in eine Bierflasche hineingezogen wird. Die Bierflasche soll dabei im Rucksack eines Wanderers auf dem fünf-Seidla Steig stecken! Mache den Strudel viel größer und deutlicher, so dass man die Tännenmälzerei gut als Motiv erkennen kann!
Sehr lecker und eigentlich keine schlechte Sache mit 2,7 alc.
AntwortenLöschenSchön finde ich auch den Namen Schankbier.
Prost Harald
Könnte ich mich auch dran gewöhnen...
LöschenDas könnte ich öfter trinken. Weniger Alkohol aber trotzdem Geschmack. Gefällt mir!
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