1. Fläschchen: Kundmüller: Weiherer Kräusen hell

Letztmals in 2021 vertreten, aber immer mit vielen Preisen ausgezeichnet: 

Herkunft:

Die Brauerei Kundmüller aus Weiher zeichnet sich seit einigen Jahren durch Vielfalt, Nachhaltigkeit und nicht zuletzt Experimentierfreude aus. Regelmäßig werden die Biere mit internationalen Preisen ausgezeichnet und auch das seit 2020 erhältliche Kräusen hell wurde 2023 mit 90 Punkten in der "finest beer selection" und 2022 mit dem "world beer award" in Gold ausgezeichnet.
Hoffen wir, dass es hält was es verspricht!



Andere Bewertungen:

 

Krautig-frische Ausgewogenheit 

Naturtrüb - süffig - traditionell: Das sind die Prädikate, die das Weiherer Kräusen Hell der Brauerei Kundmüller (seit 1874) auszeichnen sollen - und auf dem vorderen Etikett der Halbliter-Euroflasche strahlt uns der Senior-Chef an. Ein Kräusen ist ein Zwickelbier, welches vor dem Abfüllen mit Jungbier verfeinert wurde, was in der Fachsprache als "Aufkräusen" verstanden wird. Das Solarbier benennt 4,9 % vol. Alkohol und wurde getreu des Bayerischen Reinheitsgebotes von 1516 gebraut.

In einem sehr hellen, blassen Gelbton mit mittlerer Trübung und sahnig-weißer, grobporiger und stabiler Schaumkrone erscheint das Untergärige im Glas. Die grobe Schaumpracht hat etwas für sich. Kernige, florale und grasig-harzige Noten treffen im Duft auf Zitrone und Getreide. Von der Hefe gibt es einen minimalen Einfluss, sie hält sich aber noch ganz gut zurück. Das Kernige und Frische überwiegt hier einfach. Der Hopfen, allen voran wird das mal wieder der Spalter Select sein, fügt sich gut ins Geschehen ein und übertreibt es nicht.

Eine geschmeidige Süße mit einem Hauch Vanille, wie sie jedem Hellen gut steht, empfängt uns im frischen Antrunk, der zugleich mit floralen und citrusfruchtigen Hopfennoten auf sich aufmerksam macht. Die Ähnlichkeit zum Weiherer (Keller-)Pils ist auf jeden Fall da, aber das Kräusen Hell versteht sich als kerniger, süßer und weniger hopfig. Im Körper kommen teeähnliche Noten auf: Etwas Grüner Tee, etwas Kräutertee. Hier schärft der Hopfen dann auch leicht seine Krallen, aber das Kräusen Hell verfällt deshalb nicht in eine Bittere. Krautige, grasige und minzige Noten bestärken im feinherben Abgang den Frischeeindruck, der noch dazu lange ausklingt. Und auch dort muss sich das Weiherer Kräusen Hell nicht hinter einem fränkischen Pils verstecken. Allerdings sind die blumigen Noten allenfalls im Duft erkennbar, geschmacklich lebt das Gezwickelte auf der krautig-hopfenwürzigen Seite. Zusammen mit dem leicht säuerlichen Touch ergibt sich eine gut trinkbare Ausgewogenheit. Der recht lange intensive Nachgeschmack - Kräuter und Minze dominieren - täuscht sehr gut darüber hinweg, dass im Finale die Säure etwas zunimmt.

So bleibt als Fazit eigentlich nur noch zu sagen, dass das aromatische und erfrischende Weiherer Kräusen Hell eine wunderbare Alternative zu zwar ähnlichen, aber dann doch leicht anderen Varianten der Brauerei ist. Als würde es das Beste von Keller, Pils und Keller-Pils verbinden.






Die Abstimmung:





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